Matthias Monecke

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Matthias Monecke
Doktorand im Promotionskolleg Rechtspopulistische Sozialpolitik und exkludierende Solidarität

Universität Tübingen
Promotionskolleg Rechtspopulistische Sozialpolitik und exkludierende Solidarität
Gartenstraße 19
72074 Tübingen

matthias.monecke@studium.uni-hamburg.de


Zur Person

Matthias Monecke studierte Soziologie, Sozialpsychologie und Politikwissenschaften an den Universitäten Hannover und Frankfurt am Main. Zuletzt beschäftigte er sich im Rahmen seiner Masterarbeit mit der (affektiven) Attraktivität islamistischer Propaganda mit Fokus auf die Wirkung auf in Europa aufgewachsene Jugendliche.
Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen im Bereich Antisemitismus- und Islamismusforschung, Politischer Ökonomie, Ursachen und Nachwirkungen des Nationalsozialismus sowie in der qualitativen Sozialforschung (insbesondere mit der Methode der Tiefenhermeneutik).
Er ist Mitglied im Institut für Sozialkritik Freiburg und Gründungsmitglied der Gesellschaft für psychoanalytische Sozialpsychologie.


Promotion

Prekarisierung und autoritäre Verinnerlichung. Zu den Ursachen rechtspopulistischer (Wahl)Erfolge in der deutschen Automobilindustrie

Während der vom 01. März bis 31. Mai 2018 bundesweit stattfindenden Betriebsratswahlen haben rechte Wahllisten – im bundesweiten Vergleich zwar überschaubare, aber insbesondere in der Metall- und Elektroindustrie nicht zu vernachlässigende Erfolge erzielt; die Liste „Zentrum Rastatt“ beispielsweise, eine Betriebsgruppe des sich selbst als Gewerkschaft bezeichnenden Vereins „Zentrum Automobil e.V.“, errang dieses Jahr bereits mit rund neun Prozent der Stimmen drei der 35 Sitze im Betriebsrat des Daimler Werkes Rastatt; im Werk Untertürkheim erhielt die Wahlliste des Zentrum Automobil mit 13,2 % der Stimmen sogar sechs von 47 Sitzen im Betriebsrat.
Die gesellschaftliche Entwicklung, die in Deutschland gewöhnlich mit dem Begriff des Rechtspopulismus zu fassen versucht wird, beginnt scheinbar in der Interessenvertretung von Arbeitnehmer*innen, nicht nur, aber doch vor allem bei der Daimler AG in Baden-Württemberg, Fuß zu fassen. Vor dem Hintergrund dieses Phänomens drängen sich Fragen nach den Grundlagen für die Wahlerfolge auf.
Daher möchte ich mich im Rahmen der geplanten Dissertation mit den Veränderungen von Betriebs- und Arbeitsprozessstrukturen, damit einhergehender (Ent)Solidarisierungsprozesse innerhalb der Arbeitnehmer*innenschaft sowie deren Gesellschaftsbildern in der Automobilindustrie befassen um nachvollziehen zu können, wieso plötzlich auch in den Betrieben, die lange Zeit als Bollwerke gegen rechte Tendenzen im Verhältnis zur Gesamtgesellschaft galten, rechte Einstellungen inzwischen messbare Auswirkungen haben.
Meine zentrale Forschungsfrage lautet: Wie und weshalb ist das „Zentrum Automobil“ in der Lage bei Daimler in Baden-Württemberg Teile der Belegschaft zu mobilisieren?

Betreuer:
Prof. Dr. Matthias Möhring-Hesse
Prof. Dr. Wolfgang Menz


Herausgeberschaften

2016: (zsm. mit Dopke et al.): „Deutsche Kontinuitäten…?!“, scius Verlag, Hannover
2014: (zsm. mit Dopke et al.): „Zeit-Raum-Identität“, JMB Verlag, Hannover

Artikel

2020: Zum Jammern und Lachen der Täter, in Freie Assoziation. Zeitschrift für psychoanalytische Sozialpsychologie, 23. Jahrgang (1+2)

2020 (zsm. mit Abd-Al-Majeed et al.): Szene und Affekt. Die Bedeutung der Gruppe in der Tiefenhermeneutik, in Menschen. Zeitschrift für gemeinsames Lernen, Leben und Arbeiten, 43. Jahrgang (4/5)

2018 (zsm. mit Berg et al.): „'Erinnern, Wiederholen, Durcharbeiten'oder 'Kann man nicht einfach normal sein' - Psychoanalytisch-sozialpsychologische Überlegungen zur Kontinuität deutscher Schuldabwehr anhand der Filme »Wir sind jung. Wir sind stark.« und »Mitten in Deutschland: NSU. Die Täter«, in Psychologie und Gesellschaftskritik, 41. Jahrgang (3/4)

Publikationen


Vorträge

24.09.2020
Vortrag mit dem Titel „'Also das war schon Hollywood!' Zum Propagandafilm 'Der Vertrauensmann' und seinen Auswirkungen" im Rahmen des Workshop Rechtspopulismus in der organisierten Zivilgesellschaft (Baunatal)

05.02.2020
Vortrag mit dem Titel „Rechtspopulismus in der Arbeitswelt“ auf der Klausur der Betriebsseelsorge der Diözese Rottenburg-Stuttgart und Sindelfingen sowie des KDA Württemberg in Stuttgart

13.09.2019
Vortrag mit dem Titel „Das Zentrum Automobil bei Daimler Untertürkheim: Zu Strategie und Wirkung der Rechten anhand des Propagandafilms 'Der Vertrauensmann'“ im Rahmen des HBS Seminars „Angriff von rechts auf die Arbeitswelt. Zum Umgang von Gewerkschaften und Betrieben mit recht(spopulistisch)en Einstellung von Arbeitnehmer*innen“  (Duisburg)

22.05.2019
Vortrag mit dem Titel „"Kann man nicht einfach normal sein?" - Zur Kontinuität deutscher Schuldabwehr im zeitgenössischen deutschen Film“, im Rahmen der Ringvorlesung „Einblicke in die Psychoanalyse“ an der Universität Marburg

30.01.2019
Vortrag mit dem Titel „Rechtspopulismus. Ein Arbeitstitel“, zsm. mit Tobias Fernholz und Philipp Rhein beim Institut für theatrale Zukunftsforschung (Tübingen)

22.10.2016
Vortrag mit dem Titel „Erinnern, Wiederholen, Durcharbeiten“ oder „Kann man nicht einfach normal sein?“, mit der Tiefenhermeneutischen Interpretationsgruppe Frankfurt auf der Tagung „5 Jahre nach dem Öffentlichwerden des NSU“ (Frankfurt)

12.12.2015
Workshop mit dem Titel „Die Grenzen der Rationalität. Zur affektiven Dimension von Ideologien“, zsm. mit Christoph Müller auf der dritten Jahrestagung der Gesellschaft für Psychoanalytische Sozialpsychologie (Frankfurt)

17.12.2014
Vortrag mit dem Titel „Zur 'Logik des Antisemitismus'“ beim Jour Fixe der AG Politische Psychologie (Hannover)

05.11.2014
Vortrag mit dem Titel „Antisemitismus & regressiver Antikapitalismus“ beim AK „Umgang mit menschenfeindlichen Ideologien“ (Hannover)

25.04.2014
Vortrag mit dem Titel „Zeit und Identität“, zsm. mit Lisa Dopke auf der Tagung Zeit-Raum-Identität (Hannover)